Im frühen Mittelalter spielte das Handwerk noch eine sehr untergordnete Rolle. Die Geschichte des Handwerks beginnt erst im Hochmittelalter – also etwa ab dem 11. Jahrhundert. Ab dieser Zeit spielte das Verarbeiten von Lebensmitteln und das Anfertigen von Geräten und Textilien eine immer größere Rolle. Das Handwerk verlagerte seine Tätigkeiten mehr und mehr in die Städte, ihre Produkte wurden auf den Märkten angeboten und in den Werkstätten der Handwerker ausgestellt
Wichtige Handwerksberufe waren die des Töpfers und des Schmieds. Andere Fachrichtungen, etwa Tischler, Goldschmiede und Zinngießer brachten kunsthandwerkliche Meisterleistungen hervor. Einen besonderen Status genossen Baumeister und Steinhauer. Sie erbauten vornehmlich Kirchen und prägten somit verschiedene Stile entscheidend mit.
Gegen Ende des Mittelalters schlossen sich einige Gewerke zu selbstverwalteten Zünften zusammen. Die Zunft sorgte sich fortan um alle Belange ihrer Mitglieder. Sie sorgte nicht nur für eine Abschottung des Marktes gegenüber der Konkurrenz, sondern auch für die Ausbildung folgender Generationen. Außerdem übernahm die Zunft finanzielle Verpflichtungen verwitweter Ehefrauen, sofern sie durch das Ableben ihres Mannes in große Not gerieten. Nicht in Zünften organisierte Freimeister gab es kaum, dennoch hat es viele Handwerker, die ihr Gewerbe heimlich ausübten und von den Zunftmeistern dafür verfolgt wurden, gegeben. Die Zunft stellte außerdem einen hohen Qualitätsstandard ihres Gewerks sicher.
Auch heute noch spürt man besonders den letztgenannten Aspekt aus der Geschichte des Handwerks. So versucht man, die hohe Qualität der Ausbildung sicherzustellen, in dem es Meistern vorbehalten ist, Lehrlinge auszubilden.
Das Handwerk hat auch heute noch eine große Bedeutung. So arbeiten derzeit in Deutschland etwa 5 Millionen Menschen in den rund 887 000 Handwerksbetrieben. Außerdem erlernen etwa 500 000 Jugendliche eine handwerklichen Beruf.
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